Der Lausbub und das Lesen

Der Lausbub geht nun in die zweite Klasse und sollte meiner Meinung nach langsam in dem Alter sein, in dem er Bücher mit großer Schrift und kurzen Geschichten selbständig liest. Weit gefehlt! Er liest nur dann, wenn wir ihn dazu auffordern und auch nur sehr unwillig. Von Freiwilligkeit kann hier keine Rede sein. Selbst seine heiß geliebten Comics, die wir so ungern vorlesen, können ihn nicht ermutigen.

„Ich möchte gar nicht Lesen können!“, gab er heute bekannt.

Ein Satz, der einen trifft wie ein Schlag !

Diese Einstellung, mag vor allem daran liegen, dass er noch sehr langsam, stockend und größtenteils buchstabierend liest. Man merkt ihm die Anstrengung regelrecht an, die es ihn kostet diese schwarzen Zeichen auf dem Papier zu Lauten und Wörtern zu formen.

Ist das in der zweiten Klasse noch so? Was das angeht, kann ich leider auf keine Erfahrungen zurückgreifen. Denn ich selbst war ein sehr wissbegieriges Kind, was schon vor der Einschulung lesen konnte. Natürlich soll das kein Maßstab sein, an dem ich den Lausbuben messen möchte, denn die Kehrseite der Medaille war damals auch, dass ich von meiner Klassenlehrerin ein „Leseverbot“ bekam. “Damit die anderen auch die Chance haben etwas von der Tafel abzulesen”, war ihre Begründung. Natürlich hat mich das als Kind unglaublich traurig gemacht, denn Lesen ist doch etwas so tolles und ich wollte jedem zeigen wie gut ich es kann !! Zum Glück ist diese Freude bis heute bei mir so geblieben!

Wie gerne würde ich sie auch mit dem Lausbuben teilen, aber wie?

Genau dieses Leid, klagte ich euch heute bei Twitter und bekam verschiedene Ratschläge (ich bin echt soooooo froh, dass ich euch habe. Ihr seid super !!!).

– Den Lausbuben auf Legasthenie testen lassen

– Den Lausbuben vor die Wahl stellen vor dem Schlafen gehen noch selbständig zu lesen oder direkt schlafen zu müssen. 

– Ein Belohnungssystem für festgelegte Leseminuten zu erstellen. 

– Den Lausbub zum Üben nötigen und üben, üben üben.

– Die Lesehexe (Spiel von Hama)

– Lese-Arbeitsblätter aus dem Internet von www.zaubereinmaleins.de oder www.abcund123.de

– “Erst-ich-ein-Stück-dann-du”- Bücher

– TipToi-Lesebücher

– Lese-Arbeitshefte 

Erst einmal Viiieeeeeeeelen Dank für die vielen Ratschläge und Antworten! Alleine das bringt mich immer wieder runter in meiner Aufregung!

Ich habe nun absichtlich die Vorschläge nicht kommentiert, würde mich aber über eure Erfahrungen und Meinungen zu oben stehenden Punkten sehr freuen (hoffentlich klappt das jetzt mit der Kommentarfunktion). 

Heute Abend gibts dann erstmal eine Besprechung mit dem Herzensmann darüber, was wir nun ausprobieren.

Erfahrungsberichte folgen!

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6 Gedanken zu „Der Lausbub und das Lesen

  1. Mamamotzt

    Hier mal ausführlicher:
    Ich war vor den Kopf geschlagen, dass ausgerechnet meine Kinder nicht zum Lesen neigen. Nichts war mir als Kind lieber als fremde Welten dadurch zu entdecken, Schulbücher kannte ich in- und auswendig lange vor Ferienende und zur Not las ich auch technische Anleitungen, um mich an den lustigen Worten zu ergötzen. 😉 Auch mein Ex liest gerne und viel. Nunja, Mendel zeichnete Vererbungsmuster nach, direkte Linie war Fehlanzeige.
    Von dem Schock erholt galt es, individuelle Strategien für die drei Brillanten zu entwickeln. Bei K1 fruchtete so gut wie gar nichts. Trotzdem schreibt sie inzwischen anständig (geh mir fort mit Rächtshraipuhnk!) und chattet wenigstens in Mädelsmanier. Sie will nicht lesen, keine Bücher, aber sie ist so vielseitig, dass ich das so belasse. Schreibt seitenlange Aufsätze. Sinn, Aufbau, Inhalt etc. passt. Also: Das Kind liest einfach nicht gerne, kann es aber sehr gut. Nichten bekommen durchaus wunderschön und ausgiebig von ihr vorgelesen etc.
    K2 hatte Probleme mit dem Schreiben an sich, Motorik. Hasste Schreiben. Hasste Buchstaben. Hasste Lesen. Und konnte schlussendlich nicht mal Matheaufgaben rechnen, weil es die Aufgabenstellung nicht lesen konnte. (Einfache Textaufgaben, aber auch „addiere“, nichts.) Nebst einigen anderen Maßnahmen war mir wichtig, dass das Kind überhaupt flüssig lesen lernt, ohne Frage. Ich ließ es abschreiben, täglich eine DINA4 Schreibseite, ließ mir vorlesen und schleppte, tadaa, Comics an. Das gefiel! Jede kleine Sprechblase ein Erfolgserlebnis im Sinn von: Es hat einen Text geschafft. 😉
    K3 lernte zeitgleich lesen und die Competition startete. Konnte ja nicht sein, dass K3 besser lesen würde, als K2. Ehrgeiz!
    Als die Comics und Pixies („Ein ganzes Buch, ein ganzes Buch in einem Stück!“) flutschten, durfte im Bett noch gelesen werden. Seitdem wird im Bett gelesen wie nichts, grins. Sie verschlingen keine Unmengen, aber stetig und alleine und äußerst freiwillig. Das ist mir wichtig.

    Ich wollte den Kindern zeigen, warum es wichtig (und schön!) ist, lesen zu können. Sie sollten es selbst feststellen und sich auch möglichst selbständig das Lesen erarbeiten.

    Viele Kinder meiner Freunde werden sie nicht erreichen, meinen damaligen Konsum auch niemals. Aber von drei Nichtlesern zu drei Lesekönnern und immerhin zwei freiwilligen Lesern finde ich momentan einen akzeptablen Fortschritt.

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    1. diemamanicht Autor

      Ich bin gespannt, wie es mit dem Lausbub weitergeht. Comics nützen hier leider nichts. Wir versuchen es jetzt mal mit TipToi. Vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht, der mich doch sehr hoffen lässt.

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  2. Frau Zweifachmama

    Den Tipps kann ich nichts hinzufügen….

    Aber mal eine Frage, wegen dem Spruch „“Ich möchte gar nicht Lesen können!”: Kann es vielleicht sein, dass die Kindsmutter oder andere gesagt haben so sinngemäß, „wenn du nur endlich lesen könntest, dann müsst ich das nicht mehr machen!“ oder so was? Dass er denkt „wenn ich lesen kann, dann muss ich immer selber lesen, deswegen will ich das gar nicht!“

    Fiel mir beim Lesen so ein…

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    1. diemamanicht Autor

      Das würde ich ihr durchaus zutrauen. Wir haben nur gesagt, dass er dann lesen kann, wann immer er will und dass langsam die Zeit kommt in der er selbst Bücher liest und nicht nur vorgelesen bekommt. Davon, dass wir es ganz sein lassen war nie die Rede. Meinst du das war falsch?? (Darfst ruhig ehrlich sein)

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