Geocaching mit Kindern – Weil nur spazieren gehen ist ja langweilig!

Zu Beginn muss ich sagen, dass der Lausbub grundsätzlich eher lauffaul ist. Er fährt zum Beispiel, wenn er entscheiden darf lieber zum Real, weil er weiß, dass wir dorthin mit dem Auto fahren, anstatt zum Edeka, welcher fußläufig nur 5 Minuten von uns entfernt liegt. Zu „normalem“ Spazieren gehen so ganz ohne Ziel würde man ihn wohl nicht bewegen können.

Wie praktisch, dass es da Geocaching gibt. Denn kaum drückt man ihm das Smartphone mit dem Kompass in die Hand, ist es plötzlich für ihn kein Problem mehr 1,5km am Stück zu laufen.

  
Doch eins nach dem Anderen
Zu Beginn kurze Informationen für diejenigen, die noch nie cachen gegangen sind. Wer schon Profi ist, kann den folgenden blauen Teil überspringen. 

Was brauche ich zum Geocachen mit Kindern?
– Ein Smartphone mit Geocaching App oder ein GPS Gerät (mit letzterem habe ich keine Erfahrungen) mit vollgeladenem Akku
– Einen externen Akku fürs Smartphone falls verfügbar (denn nichts ist ärgerlicher als ein leerer Akku  kurz vorm cache)
– Wetterfeste Kleidung
– Bequeme Schuhe in denen auch bei größeren Strecken nicht die Füße weh tun
– Einen Kugelschreiber oder dünnen Filzstift
– 1-2 kleine Gegenstände (Ü-Ei-Figuren, Muscheln, schöne Murmeln etc.) zum Tauschen
– Ein Klemmbrett (näheres dazu später)
– etwas zu Trinken und eventuell kleine Snacks (jeder kennt da sein Kind am Besten)

Worauf sollte man beim Geocachen mit Kindern achten? – diese Aufzählung ist rein subjektiv
Allgemeines:
– Sprecht mit dem Kind darüber, was ihr vor habt (Kindern kann man es gut als „Schatzsuche“ beschreiben). 

– Checkt die Wettervorhersage (auch der Kleidung wegen)

Schaut euch bevor ihr startet auf www.geocaching.com die Caches in eurer Nähe an.
– Wo kann geparkt werden/wie weit ist die Bus- bzw. Bahnstation entfernt?
– Berechnet die Entfernung zwischen dem Parkplatz und den einzelnen Caches z.B. mit der App footpath oder google-maps.
– Gibt es einen Spielplatz in der Nähe zum Ausruhen bzw. austoben?
– Schaut euch an wie viele Straßen zum Cache überquert werden müssen und überlegt, ob diese Strecke für euer Kind geeignet ist.
– Gibt es ein Café/eine Eisdiele in der Nähe zur gemeinsamen Planung/Pause?

– Gibt es eine Möglichkeit für ihr Kind auf die Toilette zu gehen in der Nähe?
.. falls euch noch etwas einfällt, füge ich dieses gerne hinzu.

Besonders die Beschreibung ist wichtig. Angefangen haben wir mit einfachen Traditonal-Caches. Jedoch ist bei diesen nicht immer anhand der Beschreibung/Eigenschaften und und der Log-Einträge ersichtlich, ob das Versteck für die Suche mit Kindern geeignet ist. Denn zum Teil befinden sich diese nicht auf Augenhöhe von Kindern oder man muss durch Dornen und Gebüsch kriechen. Der Lausbub macht auch bei diesen Caches, wo wir als Erwachsene den Cache aus dem Versteck holen müssen gerne mit, doch für Kinder gut geeignete Multis machen ihm mehr Spaß.

Multicaches:
Daher halte ich persönlich gut gemachte Multis für Kinder für geeigneter. Schaut euch die Beschreibung an. Besonders geeignet dabei sind Caches, die an einer Station starten und dann ohne weitere Koordinaten auskommen (im folgenden findet ihr zwei Beispiele). Schaut euch die Fragen/Aufgaben an und überlegt, ob diese von eurem Kind gelöst werden können. Es ist empfehlenswert diese vorher von der Geocaching-Seite (www.geocaching.com) in ein Schreibprogramm zu kopieren und auszudrucken. 

Ein Klemmbrett ist dabei sehr hilfreich, denn so flattern die Blätter nicht umher und die Kinder haben eine feste Unterlage zum Schreiben und Ankreuzen. Wer kein Klemmbrett zu Hause hat, kann mit wenigen Utensilien und dieser Anleitung einfach eins herstellen (klappt übrigens auch mit Wäscheklammern). 

Traditional-Caches:
Bei Traditional-Caches ist es besonders wichtig eine Art Runde zu konstruieren. Denn ein langer Rückweg ohne Caches ist für Kinder langweilig und wird für beide Seiten dann nur anstrengend. Sucht euch zu Hause anhand der App oder der Homepage zu Beginn lieber eine kleine Runde raus, die ihr vergrößern könnt, wenn noch Lust zum Cachen da ist. Neben der Beschreibung sind hier die Log-Einträge besonders wichtig. Denn es gibt Caches, die entwendet wurden und somit nicht mehr verfügbar sind. In der Regel werden diese aus dem Netz genommen, doch Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel. Auch die Schwierigkeits- und Terrainstufen solltet ihr beachten. Wir machen beispielsweise keine Caches, die in einem der beiden Faktoren den Wert 1,5-2 überschreiten. Denn wer hat schon Lust sich zusammen mit seinem Kind von einem Berg abzuseilen oder durch einen Fluss zu waten? In den Eigenschaften gibt es ab und die die Angabe „für Kinder geeignet“, allerdings sind auch Caches, die diese Eigenschaft nicht haben nicht unbedingt „kinderungeeignet“. Auch die Log-In-Einträge geben darüber Auskunft. 

Anhand zweier sehr schöner Multis möchte ich euch hier beschreiben, wie wir Geocaching mit einem fast 8jährigen praktizieren:
Die nun beschriebenen Caches befinden sich in Leverkusen und Köln. Caches dieser Art gibt es aber sicherlich in fast jeder Region.

Multi Nr. 1: Tierpark Leverkusen-Reuschenberg
Den ersten Multi, den wir mit dem Lausbub praktiziert haben, befindet sich im Wildpark Reuschenberg in Leverkusen (http://www.geocaching.com/geocache/GC2NZCT_wildpark-reuschenberg?guid=0cea6146-de11-41f3-abbd-618c48ec504e). Nicht nur, dass Tiere immer eine große Faszination auf Kinder ausüben, der Cache bietet auch eine gute Möglichkeit für Kinder ohne die Hilfe der Erwachsenen zu Erfolgserlebnissen zu kommen. Denn zu den einzelnen Tieren werden kindgerechte Fragen gestellt, die anhand der Schautafeln gelöst werden und (angekreuzt werden können. Man konnte dabei den Stolz vom Lausbub richtig spüren, denn er war derjenige, der das Rätsel um die Koordinaten gelöst hat.

Da im Tierpark natürlich keine Autos fahren, war unbegrenzter Spaß garantiert und der Lausbub könnte sich frei bewegen und auch mal ein paar Meter vorlaufen. Die ca. einstündige Runde endete auf einem Spielplatz. Anschließend haben wir im Wildpark-Café die Koordinaten für den finalen Cache berechnet, den wir dann auch gut gefunden haben. So dass der Lausbub sich am Ende des Tages über ein kleines Spielzeugauto aus der Cache-Dose freuen konnte. 

 Der Lausbub entschlüsselt den Cache-Hinweis bei einer schönen Tasse Kakao.

Multi Nr. 2: Schlosspark Köln Stammheim:
Dies zeigte sich auch an diesem Wochenende, als wir ihn fragten, ob er Lust hätte geocachen zu gehen und er sich ohne zögern für einen Multi entschied. Dieser Multi befindet sich in Köln-Stammheim (http://www.geocaching.com/geocache/GC4ECVA_kinder-pixibuch-cache?guid=b135a25f-1a50-4466-b878-1d35899c605d). Wieder hatten wir ihm die Aufgaben/Fragen ausgedruckt und ins Klemmbrett gepackt. Um ihm eine weitere Freude zu machen, haben wir das Auto zu Hause stehen lassen und sind mit der S-Bahn nach Köln gefahren.


Die Vorfreude auf den Cache machte die 1km Hinweg zu einem Klacks und am Schlosspark angekommen, schnappte er sich das Klemmbrett und los gings.



Zum Schlosspark: Der Schlosspark in Stammheim liegt direkt am Rhein und ist sehr schön gestaltet. Es gibt zahlreiche Skulpturen und sonstige Kunstwerke, die Kindern sehr viel Spaß machen (z.B. die riesengroße Bärenfalle, die Riesenspinnen und die großen Instrumente). 


        
Die Aufgaben sind auch hier sehr kindgerecht gestaltet und so eilte der Lausbub von Station zu Station und schrieb fleißig seine Antworten auf. Auch Lesen machte ihm auf einmal nichts mehr aus.
Nach einigen Stationen führt der Fragebogen aus dem Schlosspark heraus durch eine sehr ruhige Gegend (uns ist kein Auto entgegen gekommen) zu einem kleinen Spielplatz. Dort blieb uns genug Zeit die Koordinaten für das Final auszurechnen, während der Lausbub auf dem Spielplatz spielte (natürlich könnte man dies auch zusammen mit dem Kind machen, denn die Aufgaben sind bereits von einem Erstklässler gut zu lösen).


Anschließend gab es in einer nahegelegenen Eisdiele eine Pause, bevor es dann mit ein paar Traditional-Caches weiterging.


 

Hier zeigte sich der Unterschied zum Multi deutlich:

Cache Nr. 1 befand sich an einem Straßenschild (für Kinder leider nicht zu erreichen).

Cache Nr. 2 auf einer Mauer (ebenfalls zu hoch für Kinderaugen und Kinderhände).

Cache Nr. 3, 4 und 5 wären zwar für Kinderhände zu erreichen, mussten aber erfühlt werden und was das angeht ist der Lausbub sehr unsicher, wenn er nicht weiß, was ihn beim Fühlen erwartet – was ich mehr als verstehen kann, denn auch mich hemmt jedes Mal ein wenig die Angst in ein Spinnennetz oder eine Spinne zu fassen. Jedoch muss man als Erwachsener mit gutem Beispiel voraus gehen und bisher ist zum Glück immer alles gut gegangen -.

Der Lausbub konnte also bis auf das Navigieren nicht besonders aktiv werden, hat dennoch zu keinem Zeitpunkt gemurrt und als wir wieder an der S-Bahn waren, hatten wir gute 10km zurück gelegt.

 Hier eine Karte unserer kleinen Runde. Der Kindermulti war zu diesem Zeitpunkt noch nicht geloggt.

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7 Gedanken zu „Geocaching mit Kindern – Weil nur spazieren gehen ist ja langweilig!

  1. Frau Zweifachmama

    Wunderbarer Beitrag. Wir gehen auch regelmäßig cachen. Der große Sohn nutzt dabei unser GPS-Gerät, ich habe zusätzlich (bzw. für spontane Nachmittagsrunden) noch eine App auf dem Handy.
    Großkind liebt richtige Runden von Tradis…. Multicaches hatten wir bisher noch nicht. Aber vielleicht morgen !!

    Lg Frau Zweifachmama

    Gefällt 1 Person

    Antwort

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