Und plötzlich werden sie von ganz alleine groß…

  


Wie soll ich bloß anfangen, ohne dass es kritisierend klingt?
Hmmm…. jedes Kind ist anders, jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell und jedes Kind merkt selbst, wann es soweit ist sich weiterzuentwickeln und es passiert dann ganz automatisch. 

  • Soweit die Theorie, die ich durchaus anerkenne.

Dennoch fällt es mir beim Lausbub oft sehr schwer, nicht von meinen eigenen Erfahrungen auf ihn zu schließen. Da ich, wie regelmäßige Leser wissen, noch keine eigenen Kinder habe, beziehen sich diese Erfahrungen auf meine eigene Kindheit. Auch hier sehe ich ein, dass es eine andere Zeit war und trotzdem habe ich zur Zeit keinen anderen Vergleichswert, da ich auch die Lausbubfreunde zu selten sehe, um mir über sie ein Urteil zu erlauben und zu Lausbub-Freunde-Eltern gar keinen Kontakt habe (denn den hat schließlich die Lausbub-Mama und da diese gerne Aussagen von anderen soweit rumdreht bis etwas Schlechtes dabei rauskommt, versuche ich erst gar nicht einen solchen Kontakt aufzubauen). Aber darum soll es hier auch gar nicht gehen, sondern um die neusten Entwicklungsschritte des Lausbubs.

Die erste Entwicklung:

Wer gestern Abend meinen Tweets auf @DieNichtMama gefolgt ist, wird eventuell diesen Tweet gelesen haben:

   

Worauf ich ja von ein paar meiner Lieben aus der Timeline ein wenig den Kopf zurecht gerückt bekam:

   

  

  

Ihr habt ja vollkommen Recht. DAS ist die Lausbub-Papa-Zeit ganz ohne DieNichtMama und Vater-Sohn-Spiele sind nun mal meist etwas wilder und das soll auch so sein. Trotzdem war ich gestern wohl ein wenig eifersüchtig, wo  vor allem mein eigener Kinderwunsch dran Schuld ist. Ich will – ja ich WILL und nicht MÖCHTE) auch endlich ein kleines Würmchen ins Bett bringen und zählen, wenn es um ins Bett gehen geht – … aber ich schweife schon wieder ab… Denn im Nachhinein, war meine Eifersucht völlig unbegründet, denn der Herzensmann kam kurze Zeit später die Treppe herunter, um mit mir einen schönen Abend zu verbringen. Die Kitzelaktion beruhte ganz alleine auf der Tatsache, dass der Lausbub gar nichts vorgelesen haben wollte.

NANU?!!? Der Lausbub, der Vorlesen unbedingt brauchte um einschlafen zu können?!?
Der Lausbub, der vor einigen Monaten noch behauptete, dass Lesen vollkommen unnötig sei. Denn es gäbe ja Fernsehen und Hörspiele?!? Naja, ok, ganz so verweigernd ist er nun nicht mehr. Immerhin war Gregs Tagebuch wohl sehr überzeugend, denn er liest nun mittlerweile Band 2. Zwar langsam, aber er liest und das vollkommen freiwillig morgens, während wir noch schlafen (denn der Lausbub steht auch am Wochenende um 7 Uhr auf).

Heute Morgen beim Frühstück kam es sogar soweit, dass er mit dem Herzensmann absprach, dass sie das ja öfters so machen könnten und dass er danach ja auch noch ein wenig alleine Lesen könne. Ich bin baff, aber ich harre mal der Dinge, die da kommen.

 

Die zweite Entwicklung:

Das zweite Mal verblüffte mich der Lausbub heute am Nachmittag. Wie schon einige Male vorher, haben wir einen seiner Freunde als Spiel- und Übernachtungsgast hier. Bisher sind wir mit den Jungs immer zum Spielplatz gegangen, was vor allem daran lag, dass die Lausbub-Mama sehr ängstlich ist und dem Lausbub kaum etwas zutraut. Als er 5 war, hatten wir hier einen riesigen Stress, weil wir ihn hier auf dem bis auf die Einfahrt abgeschlossenen Hof hatten Fahrrad fahren lassen, ohne dass wir draußen dabei waren (dazu muss gesagt werden, dass wir ein großes Wohnzimmerelement haben, von dem aus wir den ganzen Hof überblicken können). Naja, Schnee von gestern…

Zumindest kam es heute dazu, dass der Lausbub den Herzensmann fragte, ob er mit seinem Freund ALLEINE auf den Spielplatz dürfe. Ich saß zu dieser Zeit im Wohnzimmer und war richtig baff über diese Frage des Lausbubs und insgeheim freute ich mich auch. Nicht, weil wir dadurch Freizeit haben (wirklich nicht!), sondern für seine Selbstständigkeit. Der Herzensmann schien das genauso zu sehen und willigte ein. Der Lausbub kennt den Weg zum ca. 8-10  Minuten weg gelegenen Spielplatz sehr gut und man braucht nur eine Straße zu überqueren und geht dann nur noch auf Rad- und Spazierwegen den Rhein entlang. Also spazierten die beiden mit der Vorgabe spätestens um 17 Uhr wieder hier zu sein los.

Hätte nicht gedacht, dass das so ein komisches Gefühl ist. Eigentlich hatte ich keine Angst, dass etwas passieren könnte. Schließlich waren die Jungs zu zweit und wir leben hier in einem sehr friedlichen Stadtteil (eigentlich eher ein Dorf). Trotzdem sagte ich irgendwann zum Herzensmann, dass wir ihnen vielleicht beim nächsten Mal einen Zettel mit der Telefonnummer mitgeben (denn der Lausbub kennt keine unserer Nummern auswendig).

Des weiteren machte ich mir irgendwie Sorgen, wie wohl die Lausbub-Mama reagieren wird und war sehr froh, dass die Entscheidung alleine vom Herzensmann ausgegangen war und nicht ich das erste Wort gehabt hatte. Nein, ich hatte brav im Wohnzimmer gesessen und mich an dieser Entscheidung gar nicht beteilt (auch wenn ich sie sehr unterstütze).

 

Auf jeden Fall bin ich gespannt wie es weitergeht!

Ab welchem Alter sind eure Kinder mit Freunden alleine durch den Ort gezogen?
Wie war das bei euch mit dem Vorlesen am Abend?


Update 21.02: Heute kam beim Frühstück schon die Frage,ob sie wieder los dürfen (diesmal mir Fahrrädern). Als wir die oben erwähnte Telefonnummer ansprachen, kam als Antwort vom Lausbub nur: „Wir brauchen keine Nummer. Ihr könnt und höchstens ein paar Pflaster mitgeben.“ – Gesagt getan. 

Wann ist er so selbständig geworden

 

 

 

 

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4 Gedanken zu „Und plötzlich werden sie von ganz alleine groß…

  1. ma_y (@ma_y)

    Hallo,

    K2 ist mit 6 alleine in den Kindergarten gegangen (etwa 10 Minuten, 3 Straßenquerungen: 2x Zebrastreiben, ein Mal ohne). Alleine raus ist kein Problem, er bekommt immer eine Zeit gesagt (oder auch: wenn die Straßenlaternen angehen), meistens klappt das auch. Ich bin aber auch schon einige Male suchend in der Nachbarschaft rumgeirrt…
    Vorlesen wird hier immer noch eingefordert. (K2 ist 8, K1 11) Wenn wir es abends nicht schaffen, ist das aber auch nicht tragisch. Aber wir lieben die gemeinsame Zeit auf dem Sofa. 🙂
    viele Grüße
    ma_y

    Gefällt 1 Person

    Antwort
      1. ma_y (@ma_y)

        Mit 11 liest K1 natürlich ganz viel selber (ich ziehe das Buch unter dem schlafenden Kind hervor und knipse das Licht aus ;)), aber dieses Familienvorlesen ist nochmal was anderes. Wir lesen gerade „Die unendliche Geschichte“ – da will jeder wissen, wie es weiter geht!
        K2 ist ja hier zu Hause und kennt sich ziemlich gut aus. Meist geht er mit seinem Freund zusammen raus. Wenn sie zu zweit sind, beruhigt mich das immer etwas 😉 Unsere „Stadt“ hat auch nur 2500 Einwohner. Wenn die Kinder beim Papa in der (für sie fremderen) Stadt mit 500 000 Menschen sind, gehen sie nicht alleine raus.

        Gefällt 1 Person

  2. Cornelia

    K1 ist fast sieben und geht etwa seit einem Jahr mit dem Nachbarsjungen allein zur Schule. Das ist ein Weg von gut 20 Minuten. Über die “große“ Straße gehe er direkt vor unserer Haustür, dann kommen noch einige Seitenstraßen. In der Siedlung (spießige Einfamilienhausansammlung mit Spielstraße) 😉 bewegt er sich selbständig, seit er etwa fünfeinhalb ist. Schwierig ist, dass die kleine Schwester mit will. Sie wird bald fünf, ich schätze, diesen Sommer kann ich sie nicht mehr davon abhalten. Also: Klare Absprachen treffen, Uhr lernen, Angst aushalten. Und ja, ich habe auch schon gesucht – beide. Da wird einen ganz anders. Und wenn man dann mit unschuldigem Blick auf dem nahegelegenen Spielplatz empfangen wird…Da weiß man gar nicht, ob man lachen oder weinen oder schimpfen soll.

    Vorlesen steht hier hoch im Kurs, wird mit dem Papa allerdings hin und wieder gegen ein Rätsel oder Spiel eingetauscht, mit mir interessanterweise nicht. Manchmal möchte er auch selbst lesen, aber das ist ja hier zum Glück eh kein Problem, er liest in jeder Lebenslage. 😉 Das abendliche Vorlesen ist eher Nähe und Zuneigung, das genießen wir beide. So lange, wie es eben dauert! Hinterher vermisst man es…

    Gefällt 1 Person

    Antwort

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